{"id":6656,"date":"2024-11-06T13:46:45","date_gmt":"2024-11-06T12:46:45","guid":{"rendered":"https:\/\/gruene-sankt-augustin.de\/?p=6656"},"modified":"2024-11-06T13:46:47","modified_gmt":"2024-11-06T12:46:47","slug":"ein-mensch-ist-erst-vergessen-wenn-sein-name-vergessen-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-sankt-augustin.de\/gwp\/ein-mensch-ist-erst-vergessen-wenn-sein-name-vergessen-ist\/","title":{"rendered":"\u201cEin Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist\u201d"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die ersten Stolpersteine f\u00fcr Sankt Augustin<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><\/a>Am 6. November 2024 wurden die ersten Stolpersteine in Sankt Augustin verlegt, ein historisches Ereignis, das ma\u00dfgeblich durch das Engagement zweier B\u00fcrger*innen, Kim-Jo\u00eblle Kaschub und Kai Baum, erm\u00f6glicht wurde. Die beiden traten \u00fcber soziale Netzwerke an die GR\u00dcNE Fraktion heran und stellten die Frage: \u201eWarum gibt es in Sankt Augustin keine Stolpersteine?\u201c Diese Frage gab einen wichtigen Ansto\u00df zum Gedenken an das Leid und die Schicksale, die das nationalsozialistische Regime \u00fcber die Menschen brachte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die GR\u00dcNE Fraktion erkannte die Bedeutung der Anfrage und stellte den Kontakt zum Stadtarchiv her. Kim-Jo\u00eblle Kaschub und Kai Baum recherchierten parallel eigenst\u00e4ndig weiter, unter anderem im Kreisarchiv Siegburg, und trugen so wertvolle Informationen bei, die zur Identifizierung potenzieller Stolperstein-Personen beitrugen. Die ersten Stolpersteine wurden nun f\u00fcr Karolina und Johann Kurscheidt sowie Elisabeth Nicolay verlegt und reihen sich in das europaweite Kunstprojekt des K\u00fcnstlers Gunter Demnig ein, das seit 1996 \u00fcber 100.000 Messingtafeln umfasst, um das Andenken an die Opfer der NS-Zeit zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Karolina Kurscheidt wurde 1898 in Geislar geboren und war als J\u00fcdin die einzige \u201eVollj\u00fcdin\u201c im damaligen Amt Menden, die die NS-Zeit \u00fcberlebte. Mit ihrem katholischen Ehemann Johann Kurscheidt, den sie 1928 geheiratet hatte, lebte sie in einer \u201eprivilegierten Mischehe\u201c, was ihr das Leben rettete. Dennoch wurden beide im September 1944 zwangsweise zur Arbeit interniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Elisabeth Nicolay, geboren 1919 in Menden, erlebte als vermeintlich \u201eAsoziale\u201c eine grausame Leidenszeit in verschiedenen Gef\u00e4ngnissen, Arbeitslagern und Konzentrationslagern, bis sich ihre Spur 1945 in einem Au\u00dfenlager bei Pirna verlor.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gedenkveranstaltung anl\u00e4sslich der Verlegung begann vor dem Haus Von-Galen-Str. 3, dem letzten Wohnort von Karolina und Johann Kurscheidt. Anschlie\u00dfend f\u00fchrte die Veranstaltung an den Wohnort von Elisabeth Nicolay, die Siegstra\u00dfe 79. Die Teilnehmenden, darunter B\u00fcrgermeister Dr. Max Leitterstorf, Vertreter*innen der Politik, Gunter Demnig selbst sowie Sch\u00fclerinnen der Fritz-Bauer-Gesamtschule Sankt Augustin, gedachten mit pers\u00f6nlichen Worten und Beitr\u00e4gen der Verstorbenen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eEin Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.\u201c<\/strong> Diese Worte aus dem Talmud inspirierten Gunter Demnig zu seinem einzigartigen Kunstprojekt. Mit den Stolpersteinen werden Menschen, die in der nationalsozialistischen Zeit entrechtet, verfolgt und ermordet wurden, symbolisch in ihre Nachbarschaft zur\u00fcckgebracht. Die Messingplatten, die vor den letzten Wohnorten der Opfer in die Gehwege eingelassen werden, erinnern Passant*innen an das Leben und das Leid der NS-Opfer und das jetzt auch in Sankt Augustin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten Stolpersteine f\u00fcr Sankt Augustin Am 6. 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