GRÜNE bringen privaten Beitrag zur Schwammstadt in die Abwasserplanung ein
Starkregen überfordert die Kanalisation. Auch in Sankt Augustin.
Kein Kanalnetz kann extreme Regenmengen vollständig aufnehmen. Regenwasser muss deshalb anders behandelt werden. Es soll möglichst dort bleiben, wo es fällt.
Darüber sprach der Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss am 24. Februar. Thema war die Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes für die Jahre 2027 bis 2032.
Die GRÜNE Fraktion brachte eine klare Idee ein. Regenwasser stärker vor Ort speichern. Auch auf privaten Grundstücken. Das Prinzip heißt Schwammstadt.
Die Stadt funktioniert dabei wie ein Schwamm. Böden, Gründächer und Grünflächen nehmen Wasser auf. Ein Teil versickert. Ein Teil verdunstet. Nur wenig gelangt in die Kanalisation. Das entlastet das Abwassersystem. Vor allem bei Starkregen.
Im Ausschuss kündigten die GRÜNEN zudem einen ergänzenden Antrag an. Private Grundstücke sollen stärker Teil der Lösung werden.
Der Antrag fordert ein Konzept für Einrichtungen zur temporären Speicherung und Sammlung von Niederschlagswasser auf privaten Grundstücken. Die Verwaltung soll Möglichkeiten aufzeigen und aktiv für solche Maßnahmen werben.
Der Hintergrund ist klar. Starkregen nimmt zu. Gleichzeitig lassen sich Kanalnetze nicht unbegrenzt ausbauen. Das wäre technisch schwierig und sehr teuer.
Private Lösungen können helfen. Gründächer speichern Regenwasser. Sie geben es zeitverzögert wieder ab. Zisternen können tausende Liter Wasser aufnehmen. Das Wasser lässt sich später nutzen. Zum Beispiel für die Gartenbewässerung, die Waschmaschine oder die Toilettenspülung.
Solche Anlagen entlasten die Kanalisation. Gleichzeitig sparen Eigentümer Gebühren für Niederschlagswasser.
Die Idee ist in Sankt Augustin nicht neu. Bereits 2021 beschloss der damalige Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss, ein umfassendes Regenwassermanagement voranzubringen. Die Verwaltung sollte Maßnahmen entwickeln, Pilotprojekte prüfen, Fördermittel nutzen und einen Zeitplan für ein städtisches Regenwasserkonzept erarbeiten. Der Beschluss ging auf einen gemeinsamen Antrag von SPD, GRÜNEN und FDP zurück.
Heute zeigt sich: Viele Lösungen entstehen bereits.
Im Baugebiet „Alte Gärtnerei Werner“ versickert ein großer Teil des Regenwassers direkt auf den Grundstücken. Gründächer halten zusätzlich Wasser zurück.
Auch an der Grantham-Allee entstand ein Versickerungsbecken. Im Wissenschafts- und Gründerpark sind Rückhaltebecken und Teichanlagen geplant.
Der Bürgermeister griff den Ansatz im Ausschuss auf. Der Ausschuss sprach anschließend eine Empfehlung aus. Der Beschluss fiel einstimmig.
„Regenwasser ist kein Abfall. Es ist eine Ressource. Wenn wir es vor Ort speichern und versickern lassen, entlasten wir die Kanalisation und machen unsere Stadt widerstandsfähiger gegen Starkregen“, sagt Manfred Monreal, sachkundiger Bürger und Mitglied im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss.
Für die GRÜNEN ist das ein wichtiger Schritt. Starkregen nimmt zu. Gleichzeitig wachsen die versiegelten Flächen in den Städten.
Die Schwammstadt verbindet beide Herausforderungen. Sie schützt die Kanalisation. Sie stärkt das Grundwasser. Und sie macht Städte widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise.