Gute OGS braucht gemeinsame Lösungen

GRÜNE lehnen den vorgeschlagenen Weg bei der OGS-Finanzierung ab und fordern, gemeinsam mit den Trägern nach Einsparungen zu suchen, ohne die Qualität der Betreuung aufs Spiel zu setzen.

Bei unseren Offenen Ganztagsschulen sollen rund 320.000 Euro pro Jahr eingespart werden. Wir wollen über Einsparungen sprechen. Aber nicht auf Kosten der Qualität.

Die Stadt hatte den vier freien OGS-Trägern bereits im Juni angekündigt, die bestehenden Kooperationsverträge zum Sommer 2027 vorsorglich kündigen zu wollen. Hintergrund sind die angespannte Haushaltslage und neue rechtliche Vorgaben für den Ganztag. Die Verwaltung hat berechnet, dass eine städtische Trägerschaft aller OGS-Standorte rund 320.000 Euro günstiger sein könnte. Nun sollen die freien Träger Einsparungen in entsprechender Höhe aufzeigen.

Gelingt keine Einigung über eine neue Finanzierung, steht weiterhin eine Kündigung der bestehenden Verträge im Raum. Anschließend könnte die Stadt die OGS-Trägerschaft neu ausschreiben.

Diesen Weg sehen wir kritisch. Deshalb hat die Fraktion im Jugendhilfeausschuss am 29. September gegen den Vorschlag der Verwaltung gestimmt.

„Für uns ist klar: Die Qualität unserer OGS darf nicht kaputtgespart werden. Wir müssen gemeinsam mit den Trägern nach tragfähigen Einsparungen suchen – mit Augenmaß und unter Einbeziehung des Jugendhilfeausschusses“, sagt Ratsmitglied und Mitglied im Jugendhilfeaussschuss Monika Schulenburg.

Die freien Träger haben bereits Vorschläge vorgelegt. Sie nennen unter anderem eine trägerübergreifende Ferienbetreuung, eine bessere Auslastung in Randzeiten und Veränderungen bei der Organisation der Ferienangebote. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass sich 320.000 Euro nicht ohne Weiteres einsparen lassen, ohne Personal oder Qualität anzutasten.

Für uns liegt genau hier der Ansatzpunkt. Verwaltung, Politik und Träger sollten gemeinsam prüfen, welche Einsparungen möglich und vertretbar sind. Dabei müssen auch die Erfahrungen der Menschen einfließen, die den Ganztag jeden Tag organisieren.

Die schwierige Haushaltslage der Stadt lässt sich nicht ausblenden. Auch die OGS kann von der Suche nach Einsparungen nicht grundsätzlich ausgenommen werden. Doch eine gute Betreuung braucht ausreichend Personal, verlässliche Strukturen und Qualitätsstandards.

Wir wollen deshalb die bewährte Zusammenarbeit mit den freien Trägern fortsetzen und gemeinsam weiterentwickeln. Ziel muss eine Finanzierung sein, die den städtischen Haushalt im Blick behält und zugleich eine gute OGS für die Kinder und Familien in Sankt Augustin sichert.