GRÜNE fragen nach dem Mähkonzept der Stadt und wollen wissen, wie Artenvielfalt, Insektenschutz und Klimaanpassung bei der Pflege öffentlicher Grünflächen berücksichtigt werden.
Wie und wann mäht die Stadt ihre Grünflächen – und welche Rolle spielt dabei der Naturschutz? Das wollen wir GRÜNEN im Stadtrat von der Verwaltung wissen. Anlass sind Hinweise aus der Bürgerschaft und eigene Beobachtungen. Dabei geht es etwa um den Park an der Mittelstraße in Menden, Flächen entlang der Siegburger Straße und den Friedhof Menden.
Besonders die geringe Schnitthöhe fällt auf. Auf manchen Flächen mäht die Stadt das Gras sehr kurz, obwohl dort zum Beispiel keine Spielnutzung eine niedrige Rasenhöhe erfordert. Das kann Blühpflanzen und Insekten beeinträchtigen und Böden bei Hitze schneller austrocknen lassen. Wir wollen deshalb wissen, nach welchen Kriterien die Stadt Mähhöhe, Häufigkeit und Zeitpunkt festlegt.
Dabei geht es nicht darum, überall einfach weniger zu mähen. Grünpflege muss verschiedene Anforderungen verbinden. An Straßen und Wegen spielt etwa die Verkehrssicherheit eine wichtige Rolle. Auch Personal, Maschinen und Kosten setzen Grenzen. Gleichzeitig sollten Artenvielfalt, Insektenschutz und Klimaanpassung dort mehr Raum bekommen, wo dies möglich ist.
Wir fragen deshalb zunächst grundsätzlich: Gibt es für Sankt Augustin ein schriftliches Mäh- oder Pflegekonzept? Und welche Ziele gibt die Stadt für Parks, Straßenbegleitgrün, Grünanlagen und Friedhöfe vor? Außerdem soll die Verwaltung erklären, ob sie Blühzeiten, Samenreife und Lebensräume von Insekten bei der Mahd berücksichtigt.
Eine besondere Rolle spielt dabei das Programm „StadtGrün naturnah“. Sankt Augustin wurde dort mit dem Goldlabel ausgezeichnet. Wir möchten wissen, was die Teilnahme konkret an der Pflege der städtischen Wiesen und Rasenflächen verändert hat. Auch stellt sich uns die Frage, ob die Verwaltung ihre bisherige Praxis weiterentwickeln will.
„Wir wollen zunächst nachvollziehen können, wie die Stadt ihre Grünflächen pflegt und welche Kriterien dabei gelten. Gerade angesichts heißer und trockener Sommer sollten wir die Möglichkeiten nutzen, unsere öffentlichen Grünflächen zugleich widerstandsfähiger und wertvoller für Insekten und andere Tiere zu machen“, erklärt Frauke Flottmann, Fraktionsvorsitzende.
Die Verwaltung soll die Fragen im Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschuss am 5. November beantworten.