Verwaltung muss bald Plan für Ausbau der Schulen vorlegen!

Der Schulausschuss des Sankt Augustiner Stadtrates beschäftigte sich in seiner Sitzung am 18.06.2020 mit dem vorgelegten Entwurf des Schulentwicklungsplanes. Der gut ausgearbeitete Planentwurf zeigt auf, wie sich die Nachfrage nach Schulangeboten in Sankt Augustin entwickeln wird. Auf Grundlage dieses Plans legt die Politik die Ziele für die Schulen fest. Nicht Gegenstand des Plans sind der bauliche Zustand der Schulgebäude oder die Digitalisierung an Schulen, für die es aber selbstverständlich ebenso Handlungsprogramme gibt.

Der Schulausschuss beauftragte die Verwaltung, den Planentwurf mit allen Beteiligten abzustimmen und die vorläufige Endfassung der Politik nach der Sommerpause zur Beratung vorzulegen. Auf Antrag von GRÜNEN und SPD wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung auch schon die geplanten und sich aus dem Schulentwicklungsplan ergebenden Raumbedarfe darstellt.

Martin Metz
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Wolfgang Haacke

Martin Metz und Wolfgang Haacke, GRÜNE Ratsmitglieder im Schulausschuss:

„Die Ergebnisse des neuen Schulentwicklungsplanes sind ein Hammer. Es wird deutlich mehr Schülerinnen und Schüler in Sankt Augustin geben. Deshalb müssen jetzt die Weichen gestellt werden, damit die Stadt genügend Schulraum für alle Schulformen zur Verfügung stellt, an Grundschulen und weiterführenden Schulen. Ein besonderer Fokus muss auf dem Ausbau der Ganztagsangebote an Grundschulen liegen, wo wir erheblichen Nachholbedarf haben und gleichzeitig richtigerweise ab 2025 ein Rechtsanspruch für eine Ganztagsbetreuung geplant ist. Für alle anstehenden Schulbaumaßnahmen muss die Verwaltung daher einen Plan vorlegen, um die Prioritäten, sowie den Personal- und Finanzbedarf zügig ermitteln und vorsehen zu können. Die derzeit schleppend verlaufenden Bauprojekte zeigen, dass frühzeitiges Handeln hier besonders wichtig ist. Für uns GRÜNE haben Bildung und Betreuung als Bestandteil der sozialen Stadt hohe Priorität, die Stadt muss sich hier gut aufstellen.“

Hintergrund: Die Kernaussagen des Entwurfs des Schulentwicklungsplans können wie folgt zusammengefasst werden:

Grundschulen: Erst vor zwei Jahren hatte der Rat – gegen die Stimmen der GRÜNEN – die Zügigkeit der Grundschule Buisdorf auf 1,5 festgelegt. Laut Plan wird die KGS Buisdorf hingegen wieder dauerhaft zweizügig sein. An der EGS Hangelar, der GGS Pleiser Wald und der GGS Ort könnte es in einzelnen Jahren zu einem Mehrbedarf gegenüber der festgelegten Zügigkeit kommen. Das erhöhte Ausbauziel für Ganztagsbetreuung von 80 % und der vom Bund – richtigerweise – geplante Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz ab 2025 machen viele Maßnahmen erforderlich, vor allem an den Grundschulen in Hangelar, Buisdorf und Meindorf. Diese kommen zu den projektierten – aber schleppend verlaufenden – Maßnahmen an den Grundschulen Pleiser Wald, Menden und Ort hinzu.

Weiterführende Schulen: Haupt- und Realschule am Standort Niederpleis bleiben wohl relativ stabil. Es pendeln mehr Schülerinnen und Schüler aus Sankt Augustin in andere Städte als von diesen in die Stadt hinein. Die – damals gegen erbitterten Widerstand der CDU – eingeführte Fritz-Bauer-Gesamtschule ist mittlerweile so beliebt, dass ein Ausbau von einer 4- auf eine 5-Zügigkeit ansteht. Bei den weiterführenden Schulen gibt es wohl – zusätzlich zu einer 5-Zügigkeit der Gesamtschule – insgesamt einen Mehrbedarf für Angebote der gymnasialen Oberstufe. Wie dieser Bedarf befriedigt werden kann, ist noch ein Stück weit offen und wird im Beteiligungsverfahren behandelt. Förderschule: Die Gutenbergschule als Förderschule in Sankt Augustin erscheint stabil, dabei ist die Entwicklung aufgrund der Inklusion dynamisch.